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Altersbedingte Makuladegeneration

Die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist in Deutschland die häufigste Ursache für schwere Sehbehinderung. Bereits jeder 5. Mensch über 65 Jahren weist Formen der Makuladegeneration auf. Bei den über 75-jährigen sind 35% der Bevölkerung von AMD betroffen.

Was ist die Makula?

Die Makula, auch als „Gelber Fleck“ bezeichnet, ist ein kleines, hochspezialisiertes Areal auf der Mitte der Netzhaut, welches die „Stelle des Schärfsten Sehens“ darstellt. Sie ist immer dann von Bedeutung, wenn etwas direkt fokussiert und betrachtet wird.

Die Makula eines gesunden Auges erkennt man als dunklen, zentralen Fleck neben der großen, runden Sehnervenscheibe

Wie äußert sich eine Makuladegeneration?

Bild eines Glaukomgesichtsfelds

Bei einem zunehmenden Defekt der Netzhautzellen in der Makula wird das Erkennen von Gesichtern oder das Lesen von Büchern mit der Zeit unmöglich. Auch die Farberkennung nimmt ab, da die Makula als Sehzentrum die für das Farbensehen essentiellen Sinneszellen (Zapfen) beherbergt.
Bei der Makuladegeneration kommt es durch Störungen im Zellstoffwechsel zur Ablagerung von Abbauprodukten in der Makula. Frühe Symptome können Unscharfsehen, Verzerrtsehen oder ein dunkler Fleck im zentralen Gesichtsfeld sein. Hierbei handelt es sich um einen völlig schmerzlosen, zunehmenden Sehverlust.

Bei der Makuladegeneration lagern sich Stoffwechselprodukte im Bereich der Makula ab, welche im Verlauf das Sehen beeinträchtigen.

 

Symptome einer Makuladegeneration können zum Beispiel die Wahrnehmung eines dunkleren, zentralen Flecks oder Verzerrtsehen sein:

Wie kann ich mich selber testen?

Ein einfach durchzuführender Selbst-Test für zu Hause ist die sog. Untersuchung mit dem Amsler-Gitter, welches Sie gerne bei uns in der Praxis erhalten und nach Hause mitnehmen können. Eine Veränderung des Karomusters kann auf eine Erkrankung der Netzhaut und hierbei insbesondere der Makula hinweisen. Eine Kontrolle beim Augenarzt sollte umgehend erfolgen.

Im Amsler-Selbst-Test zeigen sich Veränderungen der Makula als Abweichung vom regulären Karomuster.

Welche Formen der Altersbedingten Makuladegeneration gibt es?

Trockene altersbedingte Makuladegeneration

Bei der trockenen AMD kommt es zu Ablagerung von Stoffwechselprodukten in der Makula. Das Auge ist nicht mehr in der Lage, diese Abfallprodukte abzutransportieren – es entstehen sogenannte Drusen.
Diese erkennt der Augenarzt bei der Augenhintergrundspiegelung. Die Tiefenausdehnung lässt sich in der optischen Kohärenztomographie beurteilen.
Die trockene AMD ist in der Regel die mildere Form der Makuladegenration, die langsam voranschreitet. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind indiziert, da sich aus einer trockenen Makuladegeneration eine feuchte Form entwickeln kann.

Bild einer Augenhintergrundspiegelung

Augenhintergrundspiegelung

Bild einer Optische-Cohärenz-Tomographie (OCT)

Optische-Cohärenz-Tomographie (OCT) einer gesunden Makula mit regelrechter Netzhautschichtung

Optische-Cohärenz-Tomographie (OCT) bei trockener Makuladegeneration: es kommt zur Ablagerung von Abbauprodukten (sog. Drusen)

Feuchte altersbedingte Makuladegeneration

Bei der feuchten AMD handelt es sich um die aggressivere Form einer AMD, die unbehandelt zu schnellem Sehverlust führen kann. In den Industrienationen ist die feuchte AMD die Hauptursache für einen Sehverlust bei Menschen ab dem 50. Lebensjahr. Die feuchte AMD entwickelt sich in der Regel auf Basis einer trockenen AMD. Es kommt zur Bildung abnormer Gefäße, die aus der Aderhaut unter die Netzhaut wachsen. Diese Gefäße sind meist von minderer Qualität und undicht, weshalb Gefäßflüssigkeit und Blut unter die Netzhaut gelangt. Es bildet sich eine Schwellung im Bereich der Makula – das sogenannte Makulaödem. Eine Diagnose kann der Augenarzt bei der Augenhintergrundspiegelung, in der optischen Kohärenztomographie sowie bei der Angiographie der Augengefäße stellen.

Bild einer Augenspiegelung

Bei der Augenspiegelung erkennt der Augenarzt eine Einblutung in der Makula

Bild einer Optischen-Cohärenz-Tomographie

In der Optischen-Cohärenz-Tomographie erkennt man Flüssigkeit zwischen den Netzhautschichten

Bild einer Optische-Cohärenz-Tomographie (OCT)

Bei der Farbstoffuntersuchung der Makula (Angiographie) kann man die genaue Austrittsstelle der Flüssigkeit lokalisieren

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Die feuchte AMD lässt sich mit der sogenannten IVOM-Therapie behandeln (IntraVitreale Operative Medikamenteneingabe). Mittels Injektionen wird hier ein Medikament in das Auge gespritzt, welches einen Gefäßwachstumsfaktor hemmt und somit das Wachstum der abnormen, brüchigen Gefäße stoppt. Dadurch kommt es zum Abschwellen der Netzhaut in der Stelle des schärfsten Sehens. Bei rund einem Drittel der Patienten bringt die IVOM-Therapie eine deutliche Sehverbesserung. Bei einem weiteren Drittel lässt sich die Situation durch die Behandlung stabilisieren. Beim letzten Drittel ist die Erkrankung meist so stark fortgeschritten, dass keine Besserung erzielt werden kann.
Therapiert wird nach strengen Kriterien. Sind gewisse Voraussetzungen erfüllt, sollte eine Therapie unbedingt empfohlen werden, da eine feuchte AMD ohne Behandlung unweigerlich schlechter wird.
Bei den meisten Patienten müssen die Injektionen in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Dies liegt daran, dass das Medikament nur eine begrenzte Wirkdauer hat und im kranken Auge ständig neuer Wachstumsfaktor gebildet wird.

Bild einer IntraVitreale Operative Medikamenteneingabe

Bei der Injektion in das Auge (IntraVitreale Operative Medikamenteneingabe – IVOM) wird ein Medikament gespritzt, welches den Wachstumsfaktor hemmt, sodass sich keine neuen, atypischen Gefäße bilden können.

Bei der trockenen AMD gibt es bislang weniger erfolgreiche Therapieverfahren. Dies könnte sich jedoch bald ändern, da die trockene AMD ein Gebiet intensiver Forschung ist. Bis dato gibt es keine vergleichbaren Injektionen wie bei der feuchten AMD. Durch Nahrungsergänzungsmittel (angelehnt an die sog. AREDS-Studie) mit Lutein und Zeaxanthin lässt sich das Fortschreiten der trockenen Form ggf. verlangsamen. Eine strenge Nikotinkarenz sollte eingehalten werden, da das Rauchen einer der Hauptrisikofaktoren für die AMD darstellt.
Da sich aus einer trockenen AMD eine aggressivere feuchte Form bilden kann, sollten regelmäßige augenärztliche Kontrollen und eine Dokumentation der Makulaveränderungen erfolgen, um bei Bedarf schnell die notwendige Injektionstherapie zu starten.

Risikofaktoren der AMD

Wie der Name bereits andeutet, ist das Alter einer der Hauptrisikofaktoren für eine AMD. Eine AMD ist vererbbar, sodass Familienangehörige von AMD-Patienten ein erhöhtes Erkrankungsrisiko aufweisen. Ein beeinflussbarer Risikofaktor ist das Rauchen, welches das Fortschreiten der Erkrankung fördert.
Eine gesunde Lebensweise mit regelmäßiger körperlicher Betätigung, vitaminreiche Kost (vor allem grüne Gemüsesorten) sowie eine gute Blutdruck- und Zuckereinstellung und ein reguläres Körpergewicht sind für die Netzhautgesundheit von Bedeutung.

Unsere Leistungen

Im Augenzentrum Leinfelden-Echterdingen werden wir Ihre Geschichte und Ihre Augen individuell beurteilen und untersuchen. Hierbei stehen alle oben genannten, modernen Diagnoseverfahren wie Augenspiegelung inklusive Fundusfotografie und Autofluoreszenz, Optische-Cohärenz-Tomographie und Angiographie zur Verfügung.
Sollte die Therapie mit intravitrealen Injektionen (sog. IVOM) notwendig werden, kann diese ebenfalls bei uns im Augenzentrum Leinfelden-Echterdingen erfolgen. Die Diagnose einer (feuchten) Makuladegeneration und die Notwendigkeit von Spritzen in das Auge ist für viele Patienten erst einmal ein Schock und birgt große Unsicherheit. Das verstehen wir vollkommen!

Sie sind bei uns in besten Händen und wir versuchen, ihnen die Therapie so angenehm wie möglich zu gestalten. Es freut uns dabei immer wieder von unseren Patienten zu hören, dass die Spritze ja gar nicht so schlimm war wie befürchtet. Selbstverständlich wird das Auge so gut betäubt, dass der Piks meist nicht schlimmer empfunden wird als eine Blutabnahme.